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Blog-Artikel (vom:)    Datum

Ursula Haverbeck - Demo in Nürnberg              02.7.18

Der Fall Susanna III - Ein Wendepunkt             15.6.18

NWO-Propagandist Wim Wenders                    13.6.18

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte IV     11.6.18

Gedenk-Kundgebungen für Susanna                     10.6.18

Susannas Tod wird gesühnt werden                         8.6.18

Es ist alles ganz anders  13  Aufwachen 3.0          15.5.18

Goldenes Zeitalter in Echtzeit                      27.4.18

Bewahren, Wahrheit und Freiheit                      15.4.18

Die kanadische Steuererklärung       26.2.18

Aller guten Dinge sind drei

                                    14.2.18

Das Goldene Zeitalter des 21. Jahrhunderts  - II   

                          8.1. - 16.1.18

Das Goldene Zeitalter des 21. Jahrhunderts - I      

                   30.12.17 - 6.1.18

Drogennotstand in den USA                          28.10.17

Zeit der Wahrheit 12.10.17

Ein unerwartetes Geschenk                 30.8.17 

Über den Wolken    26.6.17

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - III   21.6.17

III. Weltkrieg adé      10.6.17

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - II      6.6.17

Björn Höcke und Martin Sellner - I                   28.5.17

Es ist alls ganz anders 12 Leben, ein Geschenk 7.5.17

Der seltsame Tanz des Donald Trump          21.4.17

Island HU in Magdeburg

                                      3.4.17

Es ist alles ganz anders -11  Die Inkarnation        26.3.17

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - I     22.3.17

Gute Nachrichten!   19.3.17

Donald Trump wird Präsident                   26.1.17

Weihnachtsmarkt Theater III                                 12.1.17

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es                   1.1.17

Terror mit Fragen  29.12.16

Weckruf 6                20.12.16

Weckruf 5 - Helft unseren Kindern                   13.12.16

Donald Trump - The President Elect II   26.11.16

Donals Trump - The President Elect I     15.11.16

Wir ziehen voran      4.11.16

Wissenschafts-Religion 

                                  24.10.16

Der Barbie-Hijab    18.10.16

Weckruf 4 - Deutsche Einheit!                       3.10.16

Erneuerung!              26.9.16

Weckruf 3 - Aufwachen!

                                    12.9.16

Herbstgruß                  5.9.16

Tiere sind auch Seele

                                    24.8.16

Islands Hu II              16.7.16

Orwell läßt grüßen  13.7.16

Islands HU I               11.7.16

Volksverräter-Rufe für Herrn Gauck               5.7.16

Wahlbetrug                 2.7.16

Es ist alles ganz anders - 10 Himmlicher Kinosaal 2.7.16

Geo-Waffe Flüchtlinge

                                    18.6.16

Es ist alles ganz anders - 9 Lernen im Himmel   16.4.16

Rocker als Ritter       18.5.16

Es ist alles ganz anders - 8 Ich bin Seele II          14.5.16

Es ist alles ganz anders - 7  Raben & Wölfe         13.5.16

Freiheit, Wahrheit und Verantwortung II        8.5.16

Freiheit und Wahrheit - Wir sind das Volk               3.5.16

Es ist alles ganz anders - 6 Der Himmel ist unsere Heimat                       16.4.16

Es ist alles ganz anders - 5 Kultur als Spiegel       6.4.16

Es ist alles ganz anders - 4 Ich bin Seele I             6.4.16

Es ist alles ganz anders - 3 Hinterm Horizont III  3.4.16

Es ist alles ganz anders - 2 Hinterm Horizont II 30.3.16

Es ist alles ganz anders -1 Hinterm Horizont I  27.3.16

Beste Freunde         23.3.16 

 

 

 

 

 

 

 

                                      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                

 

Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag. Mein Dank gilt dem Verfasser.

 

Die Freiheitslehre des deutschen Idealismus

 

Diese einsamen Kinder der Gleichnisinsel sammelten sich schließlich und vereinigten sich im Spiel. Sie gruben tiefer als die anderen, aber sie bauten weniger sicher; sie schwammen schneller, aber nicht soweit; sie bauten größere Boote, die aber leichter kenterten; darüber wurden sie böse und schufen Unruhen und Aufruhr; sie konnten sich den Spielregeln nicht unterwerfen, und sie wollten es auch nicht. Aber sie wußten etwas, das die anderen nicht wußten: Etwas vom Wesen der See.

 

Diese Insel ist  Mitteleuropa. Und die einsamen Kinder auf ihr sind die Deutschen.  Wie die Engländer sind wir vom  „Rest“ der Welt getrennt, allerdings nicht raum-zeitlich wie jene, sondern durch unser Wesen; im Charakter und im dunklen Wissen unserer Identität.

Während die Engländer ihre Insellage dazu benutzen, die Welt zu erobern, ist durch unsere zentrale Lage, die uns von vornherein wie die Speichen eines Rades mit allen anderen verbindet der entgegengesetzte Trieb schicksalhaft eingepflanzt: immer wieder tief in unsere eigene Verfasstheit, Stimmung, in unseren Wesenszustand vorzudringen - in den Kontinent des Geistes.

Stellen wir uns dieses geistige Land so vor, wie zu alter Zeit der europäische Kontinent im äußeren ausgesehen haben mag:  wild, unzugänglich durch riesige Wälder, schroffe Gebirge, tiefe Seen und reißende Flüsse. Durch diese innere Landschaft führen drei  alte Wege zu einem Zentrum oder Heiligtum, das wenige betreten hatten. Diese Wege heißen Kunst, Wissenschaft und Religion.

Immer wieder, wenn Mittelland bedroht wird und sich bis zur Unkenntlichkeit zersetzt hat, schreiten die Pilger auf inneren Pfaden zu ihren Heiligtümern, um Wissen, Kraft und Schönheit zu laden.

Dieser Zug setzte sich 1770 wieder in Bewegung. Es ist die Periode des „Sturm und Drangs“, besonders der Dichter, aber auch der Denker; es ist der Anfang der „Deutschen Bewegung“, die sich in  nur wenigen Jahren zu einer imposanten Demonstration des Geistes, der Religion, Wissenschaft und Kunst, zur Reform in Politik, Ökonomie, Pädagogik, Staats- und Heerwesens und anderem mehr ausweitete. Um dann 1819 ihr jähes Ende  mit den Karlsbader Beschlüssen, den „Demagogenuntersuchungen“  zu finden. Humboldt mußte seinen Hut nehmen. Gegen Arndt wurde ermittelt und ihm wurde verboten an der Bonner Universität Vorlesungen zu halten. Ludwig Jahn wurde verhaftet und bis 1825 inhaftiert; und selbst gegen Schleiermacher wurde vorgegangen, um seine Entlassung zu erwirken. Fichtes Reden wurden verboten!

Diese Reaktion gegen den neuen deutschen Geist kam in erster Linie von Österreich.

 

Drei Mächte gegen Deutschland – Papsttum, England und Frankreich

 

Aber Metternich war vermutlich ein williger Vollstrecker  dreier Mächte deren Speerspitzen von jeher auf Mittelland gerichtet waren: Das Papsttum Roms, die Finanzelite Englands und der Grand Orient Frankreichs. So verschieden sie auch untereinander waren, so einig waren sie in ihrem Bemühen, die deutsche Mitte geistig zu kontrollieren, psychisch zu spalten und physisch in Chaos zuhalten. Warum?

Die Deutsche Bewegung begann auf vielen Gebieten der Kultur erwas Neues zu schaffen. Ihre Grundlage war ein außergewöhnliches Konzept des Wissens, der Freiheit und Selbstbestimmung – bekannt als der Deutsche Idealismus. Durch ihn bahnte sich eine Synthese von Wissenschaft, Kunst und Religion an, deren kulturelle Energie wie bei einer Kernfusion groß und nachhaltig gewesen wäre, einen Wendepunkt in der Geschichte einzuleiten. Dieser Prozess hätte die alten  Mächte, die seit vielen Jahrhunderten ihre eigene Agenda verfolgen, erschüttert.

Der Deutsche Idealismus knüpfte nicht nur an die Reform Luthers an, er nahm auch die mystischen Fäden der Neuzeit und des Mittelalters auf und entdeckte dann in seiner Geistes Tiefe den uralten indogermanischen Wissensstrom. Die Idealisten entdeckten dieses Wissen, ja sie schufen es erneut aus eigener Kraft, bevor sie Jahre später mit den  Veden (Wissen, Lehre) der Hindus in Berührung kamen. Die Brüder Schlegel  lernten Sanskrit und gaben 1808 eine Direktübersetzungen aus dem Ramayana, dem Buch Manu und der Bhagavadgita heraus. Schlegel sagte euphorisch: „alles, alles stammt aus Indien ohne Ausnahme“.

Zu gleicher Zeit wurde ein anderes Werk aus den  Veden veröffentlicht das: Maha-Bak, das große Wort. Unter diesem Titel verbargen sich  Auszüge aus den Upanischaden. Diese Schrift beeindruckt  Schopenhauer dermaßen, daß er später schrieb:

„Alles atmet hier indische Luft, und ursprünglich naturverwandtes Dasein! Und oh! Wie hier der Geist rein gewaschen von allem ihm früh eingeimpften jüdischen Aberglauben und aller diesem frönenden Philosophie. Das Buch ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens sein.“ (Parerga II, 427)

Sein Bekenntnis zur Vedanta und der Abkehr von der jüdisch-christlichen Religion und ihrer Philosophie offenbart in der Tat einen gewaltigen Riß, weniger innerhalb der deutschen Geistesbewegung selbst, als vielmehr zwischen der sich herausbildenden deutschen Weltanschauung und den geistigen Traditionen und Anschauungsweisen der uns umgebenden Völker und Kulturen.  

Diese Scholle brach vom Festland ab, ohne sich von ihr zu entfernen und wurde zur Insel der einsamen Kinder, die ihre eigenen Spielregeln schufen und ihre eigene Vorstellung vom Leben, von der Wissenschaft, Religion und Kunst entwarfen.

Der Deutsche Idealismus, zu dem auch wesensverwandt die Romantik gehörte, zeigte sich als ein Gegenentwurf zum englischen Sensualismus, zum französischen Rationalismus, zur Aufklärung, zum Deismus und zur christlich–jüdischen  Religion; und das machte die  Isolation perfekt.

 

Nun waren die Deutschen nicht mehr nur Ketzer, Spalter und Abtrünnige,  nein, sie sind schlichtweg zu Anderen, zu Fremden, zu Heiden geworden.

 

Der Deutsche gnostische Idealismus

 

50 Jahre lang, von 1770 bis 1820, bestand für uns Deutsche die Möglichkeit einen eigenständigen kulturellen Weg zu gehen, der Freiheit, Wissen und Selbstbestimmung essentiell mit einschließt. Dieser Weg des Wissens wird in der uralten indischen Tradition auch als Jnana-Marg bezeichnet. In der europäischen Tradition ist es die Gnosis, durch die der einzelne Erleuchtung und Befreiung durch Wissen und Erkenntnis erlangen sollte. Daher kann man die deutsche idealistische Philosophie und Romantik als gnostischen Idealismus bezeichnen. Aber was diesen von der Gnosis und der altindischen Tradition wesentlich unterscheidet ist seine grundsätzliche Weltzugewandtheit, und hierin liegt auch die Bedeutung, Eigenart und Aufgabe des Deutschen Idealismus.

Der Weg des Wissens, diese eigenartige gnostische Bewegung der Deutschen,  fand wie schon gesagt 1819 sein jähes Ende. Das deutsche Volk stand an einer Gabelung, wo der eine Weg verbaut und der andere dunkel und unbekannt war, aber beschritten werden mußte. Das war und ist der Weg des Schicksals oder Karma Weg.

Mehr unbewußt hat das Deutsche Volk das Kreuz auf sich genommen, um durch die harten Schläge des Schicksals Reinigung, Gleichgewicht, Disziplin und Überlebenswillen zu entwickeln und sich erneut der inneren Wahrheit zu stellen, die nur durch Kampf und Auseinandersetzung errungen werden kann.

 

2015 – gleichzeitig Tief- und Höhepunkt eines karmischen Zyklus

 

Dieses Kreuz wurde im 20. Jh. zur Swastika,  zum Hammer des Thors, dessen wirbelnde Enden die harten Schläge des Karmas symbolisieren, um Purifikation zu erlangen. Meines Erachtens endet dieser karmische Zyklus im Jahr 2015, was aber bereits schon mit dem Fall der Mauer eingeleitet wurde. 1989 begann ein neuer Zyklus, der mit 2015 einen Höhepunkt erreichte, obwohl er im äußeren einen Tiefpunkt darstellte.

Dieser Höhepunkt zeichnet sich durch etwas Einmaliges aus: die Wahrnehmung der eigenen Identität durch eine gemeinschaftlich vollzogene spontane Selbstreflexion. In einer Stunde der Not und der Schmach haben die Deutschen ihre Seele wiedergefunden.

Zum ersten Mal haben wir Deutschen unsere Identität individuell und gemeinschaftlich wahrgenommen und damit wieder den Weg des inneren Wissens freigelegt, wenn auch nur punktuell und rudimentär. Diese spontane Selbstreflexion unabhängig von äußerer Bildung, von Politik, Wissenschaft, Schule, Religion und anderem mehr – ein Reflex und zugleich auch eine Reflexion, die allein aus  Selbsterhaltung, wie ein Funke aus den Schlägen des Schicksals gesprungen, sich zum Licht entfaltet hat. Das bedeutet auch, die spontane Selbstreflexion zur Selbsterkenntnis und Selbstrealisation  fortzuentwickeln und zu vertiefen.

 

Zurück zu den Wurzeln

 

Deshalb kehren wir zur Wurzel der Deutschen Bewegung zurück, um einige verloren gegangenen Fäden aufzunehmen. Wir müssen uns ein Stück deutscher Geschichte erneut aneignen, um zu bestimmen wohin wir gehen wollen. Wir müssen unsere Eigenart, unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten entdecken und kultivieren, und nicht die Eigenheiten anderer Völker kopieren.

Wir müssen zurück zum Idealismus und zum Naturalismus der Romantik; sie sind Herz und Kopf unserer Kultur. Und wo Herz und Kopf, Gedanke und Gefühl verschmelzen, entsteht etwas zutiefst Befreiendes und Mystisches – ein Symbol der Freiheit: der Schmetterling. Und wie der Schmetterling eine echte Metamorphose vom Ei über die Raupe, dem Kokon bis zu seiner Endgestalt durchmacht, so durchlebt das deutsche Volk seine vielfältige und tiefgreifende Wandlung solange, bis es seine wahre Form erreicht.

Das „Müssen“ bedeutet hier keinen Zwang, im Gegenteil,  es ist der Freiheitsimperativ als ein Befehl, Wille und Setzung, den jeder nur sich selbst geben kann, oder überhaupt nicht.

 

Die Ichheit – Erkenne dich selbst

 

Karl Ballmer spricht von einer wissenschaftlichen Entdeckung des protestantischen Deutschland des 18. und 19. Jh. von epochaler Bedeutung, einer Entdeckung der Deutschen Idealisten. Sie entdeckten, so Ballmer,

„dass die Fähigkeit der Menschen `Ich´ zu sich zu sagen, unmittelbar göttlich sei. Mit dieser unerhörten Entdeckung waren Risiken verbunden, wenn die Lenker und Hüter der volkstümlichen Religion nicht willens waren, sich auf die philosophischen Zumutung einzulassen, dass überall dort, wo`Ich´  gesagt wird, eigentlich Gott der Aussagende sei, weil das Weltwunder des `Ich´-Sagens in letzter Instanz nur Gott selbst sein könne.“

Ballmer vereinfacht die Problematik, bringt es aber auf den Punkt. Es ist die Theorie und Praxis der Ichheit oder des reinen Selbstbewusstsein, etwas was die damaligen Philosophen Jahre später in den Schriften der Vedanta auf einer hohen Erkenntnisstufe wiederentdecken werden.

Es ist die Freiheitslehre des deutschen Volkes.

Wissenschaftler, Dichter, Philosophen, Pädagogen und Politiker der deutschen Bewegung gingen nun daran diesen einzigartigen Bewusstseinszustand der Ichheit zu erforschen, um ihn dann auf ihrem eigenen Gebiet anwenden zu können. Was zeichnet ihn aus, was ist seine Qualität?

Die Ichheit ist das reine Selbstbewusstsein des Menschen, seine wahre Identität, die durch Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung erlangt wird. Das reine Selbstbewusstsein hat man nicht, man besitzt es nicht, sondern realisiert es. Dieses Realisieren wird im deutschen Idealismus Setzten, Produzieren, Handel genannt. Genau das macht es so schwierig, die Philosophie von Hegel, Fichte und Schelling und anderen zu verstehen; denn wir halten hier nichts Feststehendes und Dinghaftes in der Hand.

 

 

Wer also den deutschen Idealismus begreifen will, sollte sich gleich mit der Krone seiner Schöpfung befassen: der Ichheit.

 

Das heißt mit sich selbst, mit seinem innersten Selbst als Kern seiner Individualität.

Doch hierzu reichen die üblichen analytischen Wege nicht aus. Nur durch Kontemplation oder Meditation (sie sind nicht identisch) ist es möglich, zu sich selbst vorzudringen.

Was ist Kontemplation, das lateinische Wort für Betrachtung?

 

Kontemplation – Der Weg zur Ichheit *

 

Kontemplation „ist nichts anderes als stillzusitzen und nichts tun". Wie in einem Samenkorn sind in dieser Anweisung alle Bestimmungen der Freiheit, des inneren Wissens und Seins enthalten, die sich durch meine entspannte Aufmerksamkeit allmählich in mir entfalten werden. Imagination ist hier der Schlüsselbegriff.

Bei Fichte und Schelling verwandelt er sich in den Begriff der intellektuellen Anschauung. Hegel nahm scheinbar einen anderen Weg – die Dialektik. Mit dem Wort Spekulation hat er aber  einen weiteren Begriff eingeführt, der noch über der Dialektik steht. Jener ist imgrunde nichts anderes als eine Bezeichnung für die bildlose oder reine Imagination. Damit unterscheidet er sich nicht wesentlich von Fichte und Schelling und deren „intellektuellen Anschauung“.

Anschauung, Kontemplation und in eingeschränktem Maß auch Meditation sind wesensverwandt. Während Kontemplation und Meditation besonders im religiösen Bereich vorkommen, ist die anschauende Methode, die intellektuelle Anschauung eine deutsche Schöpfung, die sich von den analytischen und rationalen Verfahren der Engländer, von dem Sensualismus und Empirismus ebenso unterscheidet wie vom Rationalismus der Franzosen und dem Pragmatismus der  Amerikaner.

 

Anschauung als Methode und Lebensweise

 

Der „Anschauung“ als Methode und auch als Lebensweise bedienen sich die Dichter, Philosophen, die Wissenschaftler wie auch die Pädagogen und Politiker. Der Grund dafür liegt in der Eigenart der Deutschen und in deren alten indogermanischen Tradition, die zwar unterbrochen bzw. verdrängt, aber nicht vernichtet werden konnte.

Die Anschauung als Lebensweise zeigt sich besonders in unserer engen Beziehung zur Natur. Wir haben uns nie so richtig von ihr losgesagt, um sie z. B. zu beherrschen oder gedankenlos auszubeuten; vielmehr verstehen wir uns immer noch als ein Teil von ihr. Daher gibt es keine so scharfe Trennung von Subjekt und Objekt in unserer Wahrnehmung wie sie uns die jüdisch–christliche Wahrnehmungsweise vermittelt. Aber auch keine Auflösung beider Bereiche wie in der indischen Philosophie des Buddhismus, der Vedanta oder der Advaita-Lehre.  

Ein prominentes Beispiel für die Anschauung als Lebensweise und Methode gibt uns Goethe.

Seine wissenschaftliche Vorgehensweise war reine Naturanschauung und Betrachtung ohne Anwendung der Mathematik, Analytik und Theorie. Und doch schuf er seine Farbenlehre, Pflanzenlehre und die Tonwissenschaft, die einen anderen Weg des wissenschaftlichen Forschens wiesen. Zugleich war und blieb er ein Kind der Natur. Die Natur war ihm ein und alles, was heißt, dass die „Naturanschauung“ zugleich auch seine besondere Weise war zu leben.

Die „Anschauung“ geht immer von der Ganzheit aus und versucht das Besondere und Einzelne direkt mit ihr in Verbindung zu bringen. Das Einzelne ist lebendiger Ausdruck des Ganzen. Es gibt hier keine leeren Abstraktionen. Alles soll Leben, Geist und Kraft atmen. Die Natur ist Ausdruck des Göttlichen, aber sie ist nicht identisch  mit ihm. So wie die Feuchtigkeit mit dem Wasser, der Rauch oder das Licht mit dem Feuer, so ist der göttliche Geist, die kosmische Kraft mit der Natur und dem Menschen verbunden.

 

Der Weg der lebendigen Anschauung und die moderne Naturwissenschaft

 

Diesen Weg der lebendigen Anschauung ist die deutsche romantische und idealistische Bewegung gegangen. Wie sehr sie sich von der empirisch-rationalistischen Methode eines Bacon unterscheidet, verdeutlicht dessen, man könnte sagen Wahlspruch, „natura constricta et vexata“:

„... die Geheimnisse der Natur [offenbaren sich] mehr dem Pressen und Drängen der Kunst als wenn alles in seinem natürlichen Laufe fortgeht“ (Neues Organon, Buch I, Art. 98).

Dieser Grundsatz wurde zum Prinzip moderner Wissenschaft und Technik, dessen Zwangscharakter mit der Virulenz der Geldökonomie ein festes Bündnis eingegangen ist.

Bacon erwähnt auch den anderen Weg, den des „natürlichen Laufs“. Diesem folgt die deutsche Bewegung, deren  Impulse, die sie in knapp 50 Jahren gesetzt hat, bis heute nachwirken.

Diese Weise benötigt mehr Zeit der Reife und Hingabe. Bacons restriktive Methode dagegen beschleunigt den Erfahrungszyklus, multipliziert die Ergebnisse und vor allen Dingen stellt sie geringere spirituelle und ethische Anforderungen an die Persönlichkeit des Wissenschaftlers.

 

Goethe, Paracelsus und die Quantentheorie

 

Goethes Naturanschauung finden wir schon Jahrhunderte früher bei  Paracelsus in seiner Signaturenlehre verwirklicht. Und selbst die moderne Quantenphysik ist ein typisch deutsches Produkt, die ihre Wurzeln auch in der deutschen Bewegung, also in der Romantik und im Idealismus hat, in der die „Anschauung“ als unreflektierte subjektive Grundlage in Theorie  und Experiment aufscheint. So z. B. in der Unschärferelation und in der Verschränkung von Subjekt und Objekt, von Beobachter und Natur bzw. Gegenstand.

Mit den Begriffen „Anschauung“ und der „Ichheit“ haben wir Grundstein und Schlußstein des Deutschen Idealismus gefunden. Zwischen diesen spannt sich das gesamte allerdings unvollständige Bauwerk der deutschen Bewegung - Schöpfung, Grund und Gerippe einer neuen mitteleuropäischen Kultur.

 

Die deutsche Bewegung – Der Weg der Freiheit

 

Zusammenfassend kann man feststellen, das es  drei Ebenen der Anschauung gibt: die ästhetische, die intellektuelle und die spirituelle Anschauung. Sie repräsentieren drei Wege oder Modi des Idealismus; oder mit anderen Worten: Kunst, Wissenschaft und Religion.

Die ersten beiden sind von der dt. Bewegung tiefgründig entwickelt worden. Die spirituelle Anschauungsweise jedoch stellt eine ernsthafte Herausforderung und Weiterentwicklung des deutschen Idealismus dar, die in Zukunft zu leisten wäre.

Doch bevor das geschehen kann, sollte das Wissen und die Erkenntnisse, die in der deutschen Philosophie und Bewegung brach liegen, herausgearbeitet werden. Denn sie sind in Praxis und im Geiste eine Lehre der Freiheit; und Freiheit hängt eng mit Wissen und Sein zusammen, die wiederum die Grundlage abgeben für innere Werte, die uns durch den technologischen und zivilisatorischen Wandel abhanden gekommen sind.

Freiheit, Wissen und Sein sind selbst schon höchste Werte, aber noch viel mehr sind sie konstituierendes Element meiner selbst, der ewigen Ichheit. Diese Wechselbeziehung hat der Idealismus von Fichte, Schelling und Hegel tiefgründig erforscht und dargestellt.

Unser heutiger Zustand zeichnet sich einzeln aber auch in der Gemeinschaft durch zwei negative Zustände aus: durch Lebensschwäche und Werteverlust. Beide resultieren aus dem „Verlust der Mitte“, bzw. der eigenen Identität. Seit mindestens dreihundert Jahren kämpfen wir um unsere Identität und damit um Freiheit, Wissen und Sein.

 

Freiheit, Wissen und Sein

 

Fichte schreibt: „...denn die Freiheit oder das Wissen ist das Seyn selbst; und das Seyn ist das Wissen selbst, und es ist durchaus kein anderes Seyn. Beide Ansichten sind unzertrennlich voneinander.

Das ist der wahre Geist des transzendentalen Idealismus. Alles Seyn ist Wissen. Die Grundlage des Universums ist nicht Ungeist, Widergeist, dessen Verbindung mit dem Geiste sich nie begreifen ließe, sondern Geist, kein Tod, keine leblose Materie, sondern überall Leben, Geist, Intelligenz, ein Geisterreich, durchaus und nichts anderes.  Wiederum alles Wissen, wenn es nur ein Wissen ist, …. ist Seyn.“

 

 

 

* Anmerkung von mir: Kontemplation und Ichheit siehe:

http://www.freiheit-wahrheit-verantwortung.de/wahrheit/ 

Hier sind vier einfache Kontemplationsübungen zu finden.

 

Siehe insbesondere auch:

http://www.freiheit-wahrheit-verantwortung.de/hu/